Wien Tourismus 2025: Mehr als 20 Millionen Nächtigungen
- Lena Haynbauer
- Feb 2
- 3 min read
Updated: 2 hours ago

2025 war für den Städtetourismus in Wien ein Wendepunkt. Die Stadt ist endgültig in der Liga der europäischen Big Player angekommen – mit Zahlen, die für Eigentümer und Investoren sehr klare Signale senden.
1. Harte Fakten: Rekordjahr 2025 in Wien
Laut aktueller Bilanz des WienTourismus gilt 2025 offiziell als das erfolgreichste Tourismusjahr seit Beginn der Aufzeichnungen:
20,065 Mio. Nächtigungen (+6 % vs. 2024)
8,573 Mio. Gäste (+5 % vs. 2024)
Beherbergungsumsatz Jänner–November: 1,254 Mrd. € (+4 %)
Zimmerauslastung im Jahresdurchschnitt: rund 71 %, Bettenauslastung 54,6 %
Dezember allein: 2,188 Mio. Nächtigungen, Zimmerauslastung rund 90 %
Zum Vergleich: 2016 lag Wien noch bei rund 15 Mio. Nächtigungen – in zehn Jahren ist das Volumen damit um ca. 34 % gestiegen.
2. Wien ist klar Nr. 1
Auch auf Bundesebene wurde 2025 ein Allzeithoch erreicht: Laut Statistik Austria verzeichnete Österreich rund 157 Mio. Nächtigungen, was einem Plus von etwa 1,9 % gegenüber 2024 entspricht. Besonders dynamisch ist der Städtetourismus:
Die Bundesländer-Hauptstädte, allen voran Wien, treiben das Wachstum ann.
Wien selbst legte bei den Nächtigungen rund +6,5 % im Jahresvergleich zu – deutlich über dem Bundesschnitt.
Kurz gesagt: Österreich wächst und Wien wächst dabei deutlich schneller.
3. Nachfragequalität: International, ganzjährig, zahlungskräftig
Wien ist mittlerweile ein nahezu vollständig international getriebener Markt:
83 % der Nächtigungen 2025 kamen aus dem Ausland (2024: 82 %).
Wichtigste Herkunftsmärkte: Deutschland (3,543 Mio. Nächtigungen), Österreich, USA, Italien, Großbritannien, Spanien, Frankreich, Polen, Schweiz, Rumänien und China (nach Umsatz bereits in den Top 10).
Gleichzeitig ist Wien ein klarer Ganzjahresmarkt:
Übers Jahr gerechnet weist Wien die höchste Auslastung aller Bundesländer aus.
Allein der Dezember sprengt mit >2 Mio. Nächtigungen deutlich die 2-Mio.-Marke – getrieben von Advent, Shopping und Events.
Für Betreiber heißt das: kein typisch alpiner “Skiwinter vs. Saure-Gurken-Zeit”, sondern stabile, planbare Nachfrage über 12 Monate mit klaren Peaks, die man aktiv bepreisen kann.
4. Angebotsseite: Hotelstandard als neue Baseline
Die Angebotsstruktur zeigt, wie stark der Markt bereits professionalisiert ist:
84.600 Betten in 42.400 Zimmern, verteilt auf 450 Hotelbetriebe (Stand 2025).
Rund 60 % der Betten liegen im 4- und 5-Sterne-Segment.
Ende 2025 zählt Wien 26 Luxushotels, inkl. Mandarins Oriental-Neuzugang.
Fazit: Die Benchmark ist nicht mehr die “nette Privatwohnung”, sondern ein Markt, den sich klassische Hotels, Serviced Apartments und professionelle Short-Stay-Anbieter teilen. Wer heute eine Ferienwohnung oder ein Apartmenthaus anbietet, muss Hotelstandards erreichen in puncto:
Housekeeping & Reinigung
24/7-Erreichbarkeit oder klar definierte Servicefenster
standardisierter Prozesse für Check-in und Check-out
Bewertungs- und Beschwerdemanagement
Amateur-Setups ohne Prozessdisziplin werden in diesem Umfeld schlichtweg aussortiert – zuerst in den Bewertungen, dann in der Rendite.
5. Makrotrend: Vom Nebenverdienst zur Hospitality-Assetklasse
Mit einem Beherbergungsumsatz von über 1,25 Mrd. € bereits vor Jahresende 2025 ist Wien nicht mehr nur eine “schöne Destination”, sondern ein ernstzunehmender Wertschöpfungs-Cluster: Jeder 9. Vollzeitjob in der Stadt hängt direkt oder indirekt am Tourismus, die touristische Wertschöpfung liegt bei rund 5,3 Mrd. €, also etwa 18 % der gesamten österreichischen Tourismus-Wertschöpfung.
Konsequenz für Eigentümer und Investoren:
Ein gut positioniertes Apartment oder ein ganzes Haus im Short-Stay-Segment ist kein Nebenverdienst, sondern ein Hospitality-Asset, das wie ein kleines Hotel geführt werden muss.
Relevante KPI sind RevPAR, Auslastung, durchschnittlicher Tagespreis (ADR), GOP – nicht nur “Kalender möglichst grün”.
Pricing muss datengetrieben erfolgen: Nutzung von Markt-Benchmarks und dynamischem Pricing (AirDNA, PMS + Revenue-Tools).
6. Ausblick 2026: Großevents als zusätzlicher Nachfrageboost
Der Growth Case ist nicht zu Ende. 2026 stehen mehrere Nachfragebooster an:
Der Eurovision Song Contest in Wien bringt im Mai zehntausende zusätzliche Besucher und globale mediale Sichtbarkeit.
Wien ist Gastgeber für zahlreiche internationale Kongresse mit über 10.000 Teilnehmern (u. a. European Congress of Radiology, European Geosciences Union, EADV).
Die Stadt signalisiert zugleich, dass sie keine “Goldgräberstimmung” möchte: Kapazitäten sind ausreichend, Preisexzesse werden politisch wie medial nicht goutiert. Für professionelle Betreiber heißt das: Yield-Management mit Augenmaß – aggressiv, aber nicht kurzsichtig.
7. Implikationen für professionelle Betreiber und Agenturen
Zusammengefasst ergeben die 2025er Zahlen für Wien drei klare Thesen:
Das Nachfrage-Risiko ist strukturell begrenzt.20 Mio. Nächtigungen in einem Jahr bei gleichzeitig hoher Auslastung bedeuten: Die Frage ist nicht, ob man Gäste findet, sondern wie gut man sie monetarisiert.
Das Standardrisiko steigt. In einem Markt mit 60 % Bettenanteil im Bereich 4/5-Sterne und zweistelligen Wachstumsraten beim Umsatz ist “Okay” nicht mehr genug. Substandard-Produkte fallen durch – und reißen die Rendite mit.
Das regulatorisches Risiko zwingt zur Professionalisierung. In einer stark regulierten Stadt mit ganzjährigem Tourismus braucht es Betreiber, die Lizenz-, Steuer- und Compliance-Themen im Griff haben und Einheiten ganzjährig rechtskonform bewirtschaften.
Für Eigentümer, die ihr Objekt oder ihr ganzes Portfolio professionell in diesem Umfeld positionieren wollen, führt der Weg nur noch über zuverlässige Hospitality-Partner die:
ausschließlich oder überwiegend mit lizenzierten Einheiten arbeiten
eine professionelle Tech-Stack (PMS, Channel Management, Revenue-Management, Check-in-Tools) einsetzen
Reinigung und Faciliy Management auf Hotelniveau organisieren
und dem Eigentümer transparente, KPI-basierte Reports liefern.



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